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Foto: Hüfner
Stellvertretend für alle unsere Goldschätze wird hier Cousin Michael geküsst!

ARCHIV 2009



• Weihnachten 2009

Liebe Internetgäste,

(Vorsicht, Schmalz! Die Emotionsarmen und Eiskalten unter uns scrollen bitte nach unten!)

Ich muss es zugeben: ich werde sentimental. Zur Weihnachtszeit geht es sogar in Rührseligkeit über. Immer öfter ertappe ich mich, wie mein Kopf rot anläuft, mein Herz klopft und wie sich ein warmes Gefühl in der Magengegend ausbreitet, das nicht von einem Kräuterschnaps herrührt.

Meistens seid Ihr, unsere Freunde, die Auslöser jener Körperreaktionen, die keinen Herzinfarkt anzeigen sondern Freudensprünge nach sich ziehen. Und wann, wenn nicht an Weihnachten, ist Gelegenheit Euch Danke zu sagen.

Es gibt sie zum Glück, die Menschen,
die Nettes sagen und schreiben – und so ganz schön motivieren
die ein offenes Ohr haben für Freud und Leid
die mit anpacken, wenn's klemmt
die mit uns feiern – wild und ausgelassen – so dass man beim Erinnern grinsen muss
die auch mal fünf gerade sein lassen und Ruhe bewahren
die einem Asyl geben, wenn man eine Auszeit braucht
die bei uns einkaufen, uns beauftragen und handfest unterstützen
die beraten, forschen und lehren und so den Ökolandbau begreifbarer machen.

Euch / Ihnen allen ein herzliches Dankeschön für das Wohlwollen.

Wir wünschen ein friedvolles Weihnachtsfest und für das Neue Jahr Gesundheit und Glück.

Euer Fredi und Eure Silvia




Wie der Herr so's G'scherr': Hof Gasswies macht Wellness!

• 19. Dezember 2009

Liebe Internetgäste,

keine Sorge!

Ich spare sie mir, die Themen, die derzeit in aller Munde sind: Wetter, Weihnachten und Schweinegrippe! Der Gegenstand meiner heutigen Nachricht ist vielmehr "Wehret dem Winterblues" – während ich von einer Ayurveda-Kur an einem weißen Strand in Indien träume.

Blut geleckt habe ich vergangenes Wochenende bei einem Wellness-Ausflug an den Bodensee mit sieben Frauen. Es gab zwar weder einen warmen Öl-Stirnguß noch eine Kräuter-Reis-Massage, dafür Panoramasauna und Thermalwasser. Schön war's.

Das Motto "Tue Mir Gutes" wird nun konsequent zuhause umgesetzt. Ab 19.30 Uhr sind Fred und ich nur noch in langen, weichen Baumwollunterhosen anzutreffen. Falls wir überhaupt die Türe öffnen. Wir setzen uns vorm Kaminfeuer gegenseitig Ohrkerzen und lösen so nicht nur Verspannungen sondern auch dicke Schmalzpfropfen. Wir schauen nicht Fern, lauschen Obertongesang aus der Mongolei, stimulieren uns mit Weihrauch und Myrrhe und lesen Rilke. Gebadet wird mit wohlriechenden Badezusätzen wie Rosenöl oder Eselsmilch. Fluchen ist tabu und der Kontostand wird ignoriert. Das Grau unserer Haare wird von einem sanften Henna-Ton überlagert. Yoga erhöht unsere körperliche und geistige Beweglichkeit, unsere Lieblingssilbe ist "Om". Wir gehen früh zu Bett.

Unsere Ernährung ist ausgewogen, frisch und knackig. Viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch. Und wenn schon Fleisch, dann Gutes!

Wie Ihr wisst, haben wir solches. Bald sogar wieder so viel, dass wir es verkaufen können.
Die nächste Ausgabe unseres leckeren Bioland-Rindfleisches erfolgt rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Eure Bestellungen nehmen wir gerne per Email, Telefon oder Gedankenübertragung an.


Herzlichst
Eure Lügenbaronesse Silvia




Die Klasse 9 mit ihrem Meisterwerk

• 30. November 2009

Liebe Internetgäste,

seit ich im Garten eines Bekannten ein "Insektenhotel" – also eine von Menschenhand geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten – bestaunt habe, wünsche ich mir ein solches für unseren Hof. Unsere Gärten und auch die Landschaft insgesamt sind unserem (deutschen) Naturell entsprechend ziemlich "aufgeräumt" und bieten so immer weniger Lebensräume für Ohrwürmer, Florfliegen, Hummeln, Grabwespen oder Wildbienen.
Ich habe mir schon vor zwei Jahren fest vorgenommen, im Winter ein solches Nützlingsdomizil zu bauen – es aber vor lauter Stricken, Puzzle machen und Geschichten schreiben nicht geschafft. Schande über mich!

Wunderbarerweise haben wir jedoch engagierte und begeisterungsfähige Lehrer und Schüler an den Klettgauer Grund- und Hauptschulen – und so haben wir kurzerhand im Frühjahr ein Gemeinschaftsprojekt "Insektenhotel" gegründet. Drei Insektenhotels sollen im Unterricht gebaut werden, eines für die Grundschule Erzingen, eines für die Hauptschule Klettgau und eines für den Hof Gasswies, das Material wurde von der Gemeinde und von uns gespendet.

Und siehe da, das Projekt nimmt Gestalt an!

Die Schüler von Herrn Ruppender (Hauptschule) haben ihren Part – den Bau des Rahmens – beendet und wirklich ganze Arbeit geleistet. Bemerkenswert ist besonders die aufwändige Dachdeckung mit selbst hergestellten Holzschindeln. Frau Zuk steht mit Ihren Grundschülern und der Füllung schon parat und so können wir bald die Grillwürste für's Einweihungsgrillen bereitstellen: Anfang kommendes Jahr wird die Vollendung erwartet.

Heute habe ich "unser" Hotel in der Hauptschule abgeholt – und als es Fred gesehen hat, ist ihm vor Begeisterung schier die Mistgabel aus der Hand gefallen.
Wir freuen uns wirklich sehr.

Eure Silvia






• 7. November 2009

Liebe Internetgäste,

heute Vormittag scheuerte sich unsere Kuh Julia an einem Pfahl auf der Weide neben dem Haus genüsslich den Hals. Verzückt verdrehte sie die Augen und nichts anderes als "Uahhhh, ist das schön!" schien der Guten durch den großen Kopf zu gehen.
Ah – da ist es: das vom Godfather of Psychoanalyse Siggi Freud formulierte "Lustprinzip", dem Streben nach unmittelbarer Befriedigung elementarer Triebe!
Tiere sind wunderbare Anschauungsobjekte für diese Theorie, geben sie sich der Lust doch ständig und vollkommen hin.

Unsere schamlose Hündin Dunzie z.B. stöhnt leise vor Erleichterung, wenn sie sich beim Mittagessen neben dem vollbesetzten Esstisch den Allerwertesten kratzt, getreu dem Motto: "Was wohl tut, kann nicht schlecht sein". Es ist ihr gleichgültig, dass ihre blanke Rückseite wenig geeignet ist, die Vorfreude auf das lecker dampfende Mittagsmahl zu steigern und sie für ihr Tun leicht angewiderte Blicke erntet.

Aber auch in meinem menschlichen Umfeld geht man häufig unmittelbar dem Erfüllen der "niederen Instinkte" nach:
Meine Oma (gotthabsieselig), die die Friseuse ihres Vertrauens regelmäßig darum bat, ihr mal ordentlich die juckende Beule am Hinterkopf zu massieren.
Die Lieblings-Nichten, die beim Insbettgehen Bauchweh haben – und rasend schnell bei einer spannenden Geschichte, einer kuscheligen Wärmflasche und Füße-Kraulen genesen.
Oder auch der volltrunkene Bekannte, der beschließt auf Konventionen zu pfeifen und seinen Kopf auf den Tresen seiner Stammkneipe ablegt, um ein Nickerchen zu machen.

Vorbildlich, wie ich meine! Wir sollten viel öfter das Hirn ausschalten, auf die innere Stimme hören und lustvoll loslegen.

"Na, endlich! Jetzt wird's interessant, jetzt kommt sie zum Thema, jetzt kommt was Versautes", werden nun einige meiner liebsten Freunde denken, während sie ihre Speichelproduktion ankurbeln und ihre Augen beginnen, aus den Höhlen zu quellen. Jawohl, keine falsche Scham! Frönt der Fleisches-Lust! Ausgiebig und hemmungslos!

Wir schlachten wieder! Bald gibt's Schlemmer-Bio-Rindfleisch!.
Bei Interesse bitte melden!

Herzlichst
Eure Silvia





• Oktober 2009

Liebe Internetgäste,

die letzten Praktikanten für dieses Jahr, Julian und Ede, sind waschechte Söhne Mannheims. Sie helfen bei der Obsternte und üben sich im Stapler- und Schlepperfahren. Noch mehr als für die Landwirtschaft schlägt ihr Herz jedoch für die Kunst: Ede unterhält uns mit wunderbarem Klavierspiel und Julian fertigt nach seinem Feierabend gekonnte Bleistiftzeichnungen. Schön war auch die gemeinsame Wanderung zur nahe gelegenen Küssaburg bei sehr herbstlichem Wetter, zu der wir sie nicht gezwungen haben!





Vera, Ruth, Isa, Horst, Anne und unser französischer Praktikant Antoine (ohlala!).
Auf dem Bild fehlen Monika und Joachim.

Herbst 2009

Liebe Internetgäste,

die Obsternte ist geschafft! Die lag uns ganz schön auf dem Magen.
Bisher haben Monika und Horst, Fredis Eltern, das fruchtige Kind geschaukelt. Aus Altersgründen haben die zwei dieses Jahr die Arbeitseinsätze jedoch nicht mehr geleitet sondern "nur noch" bei der Ernte mitgeholfen.

Hier seht Ihr nun den harten Kern der Apfelrupftruppe, die nicht nur optisch jede Menge hergab. Emsig waren sie – und obendrein wurden wir organisatorisch sehr entlastet.
Aber das Schönste: die Frauen und Männer hatten Spaß bei der Arbeit. Es wurde gesungen, gescherzt, in Bäumen herumgeklettert – so dass wir unser etwas verkrampftes Verhältnis zum Obstbau überdenken mussten. Hat er uns in den vergangenen Jahren eher Sorge bereitet ("wie sollen wir das künftig bloß mit den Äpfeln auf die Reihe kriegen???"), sind wir nun sicher, dass auch das zu schaffen ist. Mit den richtigen Leuten kann's sogar lustig sein!





• 11. September 2009

Liebe Internetgäste,

jede Menge Fez-Kinder zu Besuch!

Wir versuchten gemeinsam die Fragen "Wie leben eigentlich Bio-Kühe?" und "Was macht ein Öko-Bauer den ganzen Tag?" bei einem Rundgang und einer Hofralley zu klären. Es wurde viel erzählt und gefragt, aber auch gespielt und gegrillt. Für uns war's ein schöner Tag – und die liebenswerten Kinder hatten augenscheinlich Spaß. Eindrücke gibt’s hier auf der Homepage unter dem Menuepunkt "Bilderbuch". Für Fredi-Fans findet sich dort eine besonders schöne Großaufnahme von ihrem Lieblingsbauern – zum Ausdrucken und Anhimmeln!



07. September 2009

Liebe Internetgäste,



nein, noch ist es nicht soweit, dass uns die gebratenen Tauben in den Mund fliegen!

Zur Zeit thront jedoch ein hübsches Exemplar jener Spezies tagelang, einer Galionsfigur gleich, auf unserem Dachfirst und schaut gnädig auf uns nieder. Wahrscheinlich philosophiert es über den Sinn unseres Tuns. Wir sollten mit ihm ins Gespräch kommen.

Sehr regelmäßig lässt die Taube sich herabfallen, um am Boden eines der Getreidekörner aufzupicken, die uns beim Verladen der Ernte durch die Lappen gegangen sind. Ja, genau, sie lässt sich herabfallen, fliegen kann man es wirklich nicht nennen. Bald wird unsere Hoftaube so fett sein, dass sie nicht einmal mehr flattern kann.

Dann schlägt unsere Stunde! Was meint Ihr, 25 Minuten bei 180° im Backofen müssten genügen, oder?

"Silvia, wie grausam Du doch bist!", werdet Ihr denken, "Die arme, unschuldige Taube!"
Ihr habt vollkommen recht! Tauben essen wir nicht. Denn die bringen ja bekanntlich den Frieden (und die Briefe). Da halten wir uns lieber an leckeres Bio-Rindfleisch:

Wir schlachten bald wieder! Falls Ihr Interesse habt, bitte melden!


Eure Silvia


03. September 2009



Liebe Internetgäste,

meine Güte, wo ist er bloß geblieben, der Sommer 2009?

Dahingerast ist er – und ich bin immer noch hellhäutig wie Schneewittchen. Liegt das nun an den Genen oder daran, dass ich ständig vor dem PC sitze und meiner Internetsucht nachgehe? Ich darf Euch beruhigen, es ist das Erstere! Ich bringe es höchstens zu einem zarten Elfenbein und wenn's zuviel Ultraviolettes und Infrarotes war, wirft meine Haut auch schon mal Blasen.

Zurück zum Thema, der Sommer neigt sich dem Ende zu.

Die Birnen, Zwetschgen und frühen Äpfel sind reif, die Vorboten des Herbstes. Das Obst ist zwar wunderbar geeignet, die langersehnte Bikinifigur herauszuarbeiten, aber die Zeit wird knapp, um diese dann bei noch annehmbaren Temperaturen in einem gewagten Zweiteiler der Welt zu präsentieren.

(Entschuldigt, ich muss mit Nachdruck darauf hinweisen, dass Ihr diese Früchte bei uns erwerben könnt. Selbstverständlich alles in Bioland-Qualität! Mit Eurem Kauf tragt Ihr dazu bei, dass wir immer ausreichend Geld haben, um uns genügend Sonnencreme zu leisten).

Ich schrammte dieses Jahr wieder nur sehr sehr knapp an den Traummaßen 90-60-90 vorbei (oder war es 90-90-60?) und zeigte meine Vollweib-Formen daher nicht im Tiger-Tankini. Zu präsentieren gibt es anderes.

Wollt Ihr teilhaben, am Gasswieser Sommer? Dann lest folgendes Geschreibsel...

Viel Spaß,

Eure Silvia




Schwer zu glauben, aber wahr: Addy verlässt das Hof Gasswies-Team!

Die vergangenen drei Jahre lebte er viele Monate bei uns, jetzt ist die Zeit für einen neuen Wirkkreis gekommen.

Addy, damals 22 Jahre alt, reiste aus Rumänien an, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Er lernte schnell und arbeitete hart. Er war unser Allround-Genie, für alles zu gebrauchen. Und: nicht nur die Kühe mochten ihn!!!

Seit gut einem Jahr ist er in eine Landsmännin verliebt – da machte sich des öfteren Heimweh breit. Addy kehrt nun zunächst in seine rumänische Heimat zurück, baut an seinem Haus weiter, macht ein bisschen Urlaub und wird vielleicht mit seiner Freundin nach Deutschland zurückkehren.

Wir wünschen ihm für die Zukunft von Herzen alles Gute und viel Glück! Man sieht sich...




Neuzugang! Unser Team hat dauerhaft Verstärkung bekommen: Isa.
Nach einer Ausbildung zur Realschullehrerin hat sie den Ruf der Bauern-Community vernommen und eine Lehre zur Landwirtin draufgesattelt. Als Gesellin mit Hang zum Ökolandbau bringt sie nun Stall und Acker auf Vordermann.



Und wie man sieht, hat's auch die Werkstatt bitter nötig... omannomann!




"Hähähä, endlich! Die Jungs werden's denen Gasswiesler schon zeigen! Jetzt wird der brave Biohof zur Gangsta-Rap-Zone!" Wer dies denkt, hat weit gefehlt! Unsere drei Juli-Praktikanten (von links) Jakob aus Stuttgart, Tolga aus Erzingen und Jürgen aus Grießen sehen zwar verboten cool aus, sind jedoch der Inbegriff der Höflich- und Freundlichkeit.

Jakobs Einsatz dauerte drei Wochen. Er überraschte uns mit seiner großen Ausdauer und Genauigkeit und war eine Riesenhilfe nicht nur bei der Kirschenernte. Auch mit den Kühen konnte er gut. Fred genoss es sehr, abends nach Kontrolle der Weidezäune mit Jakob ein Eis essen zu gehen. Die zwei Halunken - mich haben sie meist daheim gelassen! Männergespräche?

Jürgen und Tolga absolvierten ein einwöchiges Schnupperpraktikum. Sie werden sich wahrscheinlich eher nicht für den Beruf des Landwirts entscheiden, denn sie hatten keine sehr erlebnisreiche Zeit bei uns. Bestand doch ihre Aufgabe nahezu ausnahmslos im Sortieren der Schnapskirschen. Wir hatten sie bereits bei ihrem Vorstellungsgespräch vorgewarnt, aber sie wollten / konnten ja nicht anders. Ihre Hände sahen abends aus, als hätten sie just ein Kettensägenmassaker verübt. Tolga, mit einem besonders sonnigen Gemüt gesegnet, schuldet uns übrigens immer noch die versprochene selbstgemachte türkische Pizza...

Ach ja, Anmerkung zum Foto: Freds Geburtsjahr ist nicht 1978, auch wenn er sich das manchmal wünscht (besonders wenn sein Rücken höllisch zieht). 1978 ist das Jahr, als er die süße Kleine aus Wutöschingen zum ersten mal sah und sie auf dem Erzinger Winzerfest beim Autoscooter rammte. Er konnte sie nie mehr vergessen und es ist gut ausgegangen ...

Ist natürlich erstunken und erlogen!



Kerstin Andreae + Silvia (mit Reiseproviant)                          Ruth Cremer-Ricken

"Perspektiven für die regionale Landwirtschaft: der Globalisierung Contra geben!" – so das Motto, unter dem der Besuch von Kerstin Andreae (MdB) und Ruth Cremer-Ricken im östlichen Teil des Landkreises stand. Beide sind Kandidatinnen von Bündnis 90 / die Grünen für die kommende Bundestagswahl. Zunächst besichtigten sie die Biogasanlage Berwangerhof und die Photovoltaikanlagen vom Hof Eichberg in Dettighofen. Auf dem Hof Gasswies stellten sie anschließend in Ansprachen ihre wichtigsten politischen Ziele vor, beantworteten die Fragen der Zuhörer und "schnappten einen Happen".

Kerstin Andreae, nach einem langen Morgen vollkommen ausgehungert, konnte sich nur kurz stärken – und musste leider schon bald weiter. Wahlkampf ist ein hartes Geschäft! Ruth Cremer-Ricken nahm sich viel Zeit und diskutierte mit Berufskollegen und Besuchern intensiv die Zukunft der Landwirtschaft im kleinstrukturierten Süddeutschland.

Wir hoffen, wir konnten unsere Anliegen (Bildung, Gentechnik, Milchpreis, Strukturwandel und Höfesterben, Landschaftsbild, Grenzlage) den beiden Politikerinnen nahe bringen.




Lässig, lässig, wie der Chef die goldenen Körner schippt.
Das diesjährige Getreide, also Wintergerste, Erbsen, Winterweizen, Dinkel, Kresse und Triticale, ist unter Dach und Fach. Jetzt könnten wir die Bürgersteige hochklappen und auf den Winter warten, wenn da nicht die Obsternte lauerte ...





Puh! Die Zahl der Hunde auf unserem Bauernhof pendelt sich wieder auf ein verträgliches Maß ein. Plagten mich doch in den vergangenen drei Monaten hin und wieder schlaflose Nächte, aus Angst, dass ich demnächst acht Hunde füttern / bürsten und in ihre Schranken verweisen dürfte. Mittlerweile haben jedoch alle Welpen (natürlich bis auf Lilli, die mir die kommenden Jahre treu zur Seite stehen wird) einen geeigneten Platz gefunden. Vier von den sechsen sogar mit der Möglichkeit, Schafen oder anderem Getier zu zeigen, wie der Hase läuft.



01. Juli 2009

Liebe Internetgäste,

was für ein Geschwafel, von wegen "Sommer genießen..."!
Malochen, krampfen, schaffen – die Tage sind lang und arbeitsreich.
Die Hände voller Schwielen und Blasen, die Fingernägel, kurz und schwarz gerändert, geplagt von Rückenschmerzen und Burnout-Syndromen hangeln wir uns durch die Schwüle. Moralische Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten bieten unsere Eltern, die jedoch mit Heimarbeit bis tief in die Nacht zum wirtschaftlichen Erfolg des Hof Gasswies beitragen müssen.



Die Kirschenernte ist in vollem Gange! Wir klettern auf Baumkronen in schwindelerregender Höhe, die Gefahr eines gebrochenen Genicks stets im Nacken. Die Angst, mit zwei eingegipsten Armen die Kühlschranktür nicht mehr öffnen zu können, bereitet uns schlaflose Nächte. Das Ergebnis der ganzen Mühe jedoch kann sich sehen lassen: stolz präsentieren Anne, unsere fleißige Helferin, und der Chef die knackigen Bio-Kirschen der Saison, die Ihr natürlich käuflich erwerben könnt.



Auch unsere Hündin Dunzie ist an die Grenzen ihrer Kräfte gelangt: sieben Welpen sind zu versorgen. Gut, dass ihr Fred hin und wieder ein kurzes Verschnaufen ermöglicht und die anstrengende Betreuung der kleinen Vielfrasse für einige Zeit übernimmt.

Falls Ihr übrigens einen Hof habt, der einen gewitzten Hütehund braucht – oder Ihr gerne Hundesport betreiben möchtet, dürfen wir Euch die klugen Border Collies sehr empfehlen! Als "einfache" Familienhunde dagegen ist diese Hunderasse ungeeignet. Interessenten bitte melden! Fotos der Kleinen könnt Ihr auf dieser Homepage unter der Rubrik "Bilderbuch", Fotoalbum "Dunzies Nachwuchs"  sehen – und Euch schon einmal verlieben!!



Schuften, ackern, placken – es ist ein hartes Los, das Bauernleben!
Für mitleidvolle Emails sind wir dankbar.

Eure Silvia







• 24. Juni 2009


Liebe Internetgäste,

hinfort ihr düsteren Wolken am Himmel! Es ist ein wunderbarer Tag!
Ich trällere vor mich hin, winke den Vögelein fröhlich zu und werde heute Abend ein prächtiges Feuerwerk veranstalten.

Es gibt einen guten Grund zum Feiern: Fred hat den Hofplatz fertiggepflastert. Der Tausendsassa! Vorbei die Zeiten ständigen Schuheputzens und abgebrochener Absätze! Halleluja!



Überhaupt läuft's gut.
Die Serie der Praktikanten, die sich als wahre Goldschätze erweisen, reisst nicht ab.

Im Juni haben Jasper und Hannes aus Bonn das Zepter auf dem Hof übernommen. Sie entdeckten beide schon bald ihre latent vorhandene Liebe zum Staplerfahren, verstehen sich aber genauso gut mit Radladern und Treckern. Wir kochten miteinander bereits Unmengen von Holunderblütensirup ein, die Jungs räumten die Werkstatt auf, sie holen morgens und abends die Kühe von der Weide und melken fast schon wie die Profis.
Es bleibt für mich ein Phänomen, wie zwei noch so junge Männer bereits einen solch feinen und geistvollen Humor entwickeln konnten. Es ist wohl wirklich was dran, am besonderen Witz der Rheinländer...



Addi, unser Angestellter, macht seinen verdienten Urlaub in der rumänischen Heimat. Kurz vor seiner Abreise konnten wir noch gemeinsam das duftende Heu trocken in die Scheune bringen. Danke auch an Patrick für seine Hilfe! Das Heu ist von hoher Güte und lässt uns beruhigt in Richtung Winter blicken. Die wählerischen Mäuler unserer Rinder müssten auch künftig zu deren Zufriedenheit zu stopfen sein.



Sascha vom Beratungsdienst Ökologischer Obstbau besuchte und beurteilte Anfang diesen Monats unsere Obstanlagen. Er attestierte Fred gute Arbeit beim Pflanzenschutz, was uns besonders freut, da er diesen heuer zum ersten Mal unter eigener Regie betreibt. Wenn nicht noch das Wetter oder irgendein Schädling einen Strich durch die Rechnung machen, dürfen wir eine ordentliche Menge und eine gute Qualität an Bio-Äpfeln erwarten.



Aber wer will jetzt schon an die Apfelernte, den Herbst oder gar an den Winter denken?
Genießen wir erst mal den Sommer in vollen Zügen!
Viele schöne laue Sommernächte wünscht Euch

Eure Silvia





• 24. Mai 2009

Liebe Internetgäste,

was für eine schöne Zeit!
Richtig produktiv und "eu-stressig" – aber auch die Muße kommt nicht zu kurz.

Heute ist Sonntag, ein lauer Frühsommerabend, ich sitze vorm Haus, tippe munter vor mich hin – und habe großen Spaß dabei. Neben mir sitzen Clara und Rabea, unsere Praktikantinnen aus Münster. Sie reißen im Mai auf dem Hof das Ruder herum und kochen, putzen, melken, betreuen Kälber, streichen Gartenmöbel, fahren Schlepper, misten aus, streuen ein....: das volle Programm. Sie haben jedoch trotz harter Arbeit immer noch genug Schmackes, um Witze zu reißen und Blödsinn zu machen. Die bringen Leben in die Bude! Aber am Abend sind sie platt, dafür sorgen wir dann schon...



(An dieser Stelle muss ich versichern, dass es nicht Bedingung für ein Hof Gasswies-Betriebspraktikum ist, auszusehen wie eine Laufstegschönheit. Wenn man sich unsere Praktikantinnen dieses Frühjahrs nämlich so anschaut, könnte man auf den Gedanken kommen...)

Im Moment lesen die zwei in irgendwelchen Schmöckern – und wir alle sind in froher Erwartung diverser Pizzas, die Fredi in Erzingen gerade abholt. Wir radelten heute an den Schaffhausener Rheinfall und haben uns diesen kulinarischen Hochgenuss redlich verdient.

In froher Erwartung ist auch Dunzie, unser Border-Collie, die zu unseren Füssen liegt und wie wild hechelt. Nach einer Woche Liebesurlaub im April bei einem schnuckeligen, draufgängerischen Rüden im Schwarzwald (hach, es war Liebe auf den ersten Blick!), ist die Gute nun unzweifelhaft trächtig und leidet unter den hohen Temperaturen. Sie ist extrem verfressen und futterneidisch und hat ordentlich Hüftgold zu verzeichnen. In ein paar Tagen müsste es soweit sein ... dann wird's richtig spannend!



Ja, ja, Vermehrung ist angesagt. Über der Außentüre unseres Büros hat eine Kohlmeise einen Nistkasten belegt (juchuh!) und wenn ich tagsüber vor dem PC sitze, höre ich jedes Mal, wenn eines der Elterntiere Futter bringt und die Kleinen aufgeregt zwitschern. Was für ein anstrengender Akt, so eine Brut großzuziehen!



Apropos! Auch Kinder kann man derzeit relativ viele auf dem Hof Gasswies antreffen. Der Kindergarten Rechberg besuchte uns unlängst und auch zwei erste Klassen der Grundschule Erzingen erfreuten sich an unseren Kühen, Kälbchen und Katzen. Ich quassel die Kinder dann gerne mit Geschichten voll – in der Hoffnung, dass sie doch das eine oder andere verstehen, was ich da so von mir gebe. Weit gefehlt! Ich unterschätzte die Kinder gnadenlos und bin nun eines Besseren belehrt worden! Ein Erstklässler erzählte, dass er sehr genau wisse, warum die Kuh Renate einen Nasenring habe, das hätte ich ihm schließlich schon einmal während seiner Kindergartenzeit erklärt! Seit diesem Erlebnis mache ich mir um die Bildung in Deutschland keine Sorgen mehr.



Sorgen müssen wir uns auch nicht mehr um's Silieren, denn das brachten wir vergangenen Samstag glücklich hinter uns. Wir konnten viel und qualitativ hochwertiges Futter trocken einlagern – und danken unseren "Guten Geistern" Frank, Patrick und Schniieder für die große Hilfe! Auch der Mais ist bereits gesät – Fred schwebt im 7. Himmel.



Das Highlight zum Schluss: Fred hat begonnen, den Weg zum Haus zu pflastern. Bald sind sie vorbei, die Zeiten, wo Briefträger, Busenfreund(in) und Blumenlieferdienst (ha, ha, ha) auf der Randeinfassung zum Haus balancieren mussten. Bald können sie sich hinwalzen, ausladend hinschwanken oder auch einfach ganz normal hinlaufen.



Was ihn, den lieben Fred, schließlich doch noch motiviert hat, mit der ungeliebten Pflasterarbeit zu beginnen? Nein, mein ständiges Bitten und Flehen war es nicht. Wohl eher das: schaut Euch diesen Zierlauch an! Ist er nicht toll? Und schreit er nicht nach einem angemessen Rahmen!



Es ist just wie im Paradies!

Nun aber Schluss mit der Schwärmerei, die Pizza kommt.
Dunzie und ich sabbern schon...

Eure Silvia



• 1. Mai 2009



Liebe Internetgäste,

ich lieg’ hier mit den letzen zarten Wehwehchen eines grippalen Infekts auf dem Sofa.
Mit jedem zusätzlichen Lebensjahr scheine ich etwas „memmiger“ zu werden, geht Euch das auch so? Sämtliche 1.–Mai-Vergnügungen sind ab- und Egopflege angesagt.

Auf dem Herd köcheln einige Kartoffeln, die meinen Magen wieder an Gehaltvolleres als Kräutertee und Bananen gewöhnen sollen. Fred ist mit Dunzie unterwegs. Die beiden streunen gemeinsam über die Wiesen und erkunden, wie lange es noch dauern wird, bis wir silieren können.



So habe ich alle Ruhe, um in mich zu gehen und Euch das Neuste zu berichten.
Draußen tobt der Frühling! Endlich! Mit ihm ist wieder „action“ auf unserem Hof eingekehrt.

Kaum war der Schnee weg, machte ich mich an die Bepflanzung unserer Blumenbeete. Ich gierte so auf die Gartenarbeit nach dem langen Winter! Im Moment schieben die Blüten des Zierlauchs und auch der Frauenmantel und Rittersporn treiben gut durch und lassen auf eine baldige Farbenpracht hoffen. Auf der Fensterbank in der Küche horte ich Tomaten, bis die Eisheiligen vorbei sind. Die Obstbaumblüte ist sehr üppig dieses Jahr, besonders die Birnen blühen überreich und auch die jungen Streuobstbäumchen neben unserem Wohnhaus geben ihr Bestes.



Im März erteilte uns Helmut Isele aus Grießen den Feinschliff in Sachen Obstbaumschnitt! Es beeindruckte uns sehr, mit wie viel Erfahrung, Sachverstand und Verständnis für die Pflanze er jedes Gehölz sacht in die gewünschte Richtung entwickelte. Wir waren froh, ihm über die Schulter schauen zu dürfen und hoffen, dass künftig sowohl Ästhetik als auch Ertrag unserer Obstbäume stimmen.



Seit März kommen die Kälbchen auf die Welt. Sie sind gesund und munter, wir haben bisher kaum kranke Tiere zu beklagen. Die Kühe und das Jungvieh sind auf den Weiden. Auch ihnen machte wohl der lange Winter im Stall zu schaffen und sie genießen nun sichtlich Sonne, Wind – und ein kühles Bad!



Hier könnt Ihr unsere "Pubertätsgruppe" sehen, wie sie sich an einem Montagmorgen von einer anstrengenden Nacht erholt. Die Halbwüchsigen wilderten in Rechberger Gärten herum, brachen Äste ab, zertrampelten Kartoffelpflänzchen, ein Wunder, dass sie nicht auch noch Molotowcocktails warfen.
Und wir? Wir machten am nächsten Morgen bei den geschädigten Nachbarn gut Wetter, während sich die Sau-Bande ausschlief! Suuuper!!



Seit einigen Wochen herrscht auf Hof Gasswies übrigens vermehrt "Frauenpower": Praktikantinnen bringen frischen Wind und zaubern Addy, unserem emsigen Gehilfen, das eine oder andere zusätzliche Lächeln auf die Lippen. Von Fred ganz zu schweigen.

Im März arbeitete Nora aus Riedern im Rahmen des "Schnüffelpraktikums" eine Woche bei uns. Sie lebte sich rasend schnell ein, war furchtlos im Umgang mit Mensch, Tier und Maschine und hat sogar, obwohl früher Vegetarierin, (freiwillig!) beim Schlachten geholfen. Hier seht Ihr sie beim Etikettieren von Verpackungsmaterial. Tolles Mädel!



Im April kümmerte sich Alisa aus Rastatt um Haus und Hof. Sie war sehr selbständig und fleißig und ist uns in den drei Wochen ihres Aufenthalts mit ihrer netten, freundlichen Art sehr ans Herz gewachsen. Alisa hat u.a. gemolken, sich der Kälber angenommen und die Weidezäune auf Vordermann gebracht.



Tom aus Grießen verstärkte unser Team während seines dreitägigen Praktikums Ende April und sanierte gemeinsam mit Addy die Fassade des ältesten Stallteils. Die Holzverschalung und die alten Fenster waren morsch und ich freue mich, dass nun auch dort wieder alles im Schuss ist. Leider habe ich kein Foto von Tom (unverzeihlich!), werde das aber, sobald sich Gelegenheit bietet, nachholen.



So, für weitere Berichte reichen die Kräfte nicht mehr.
Ihr hört von mir (falls ich überleben sollte),

Euer Jammerlappen



• 27. Februar 2009

Liebe Internetgäste,



ist sie bereits bei Euch angekommen, die Finanzkrise?

Natürlich meine ich nicht den chronisch leeren Geldbeutel in der Gesäßtasche, sondern die allgemeine Stimmungsmisere. Das Jammern scheint von der Bauernkaste endgültig auf den Rest der Bevölkerung übergeschwappt zu sein. Sitzen wir miesgelaunt, aber endlich vereint in einem Boot? Blöderweise in einem sinkenden?

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• 24. Februar 2009



Liebe Internetgäste,

Entspannung pur.
Kein Zupfen an den Zitzen – Melkpause!

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• 12. Februar 2009



Liebe Internetgäste,

es ist kalt und es schneit. Seit Oktober.
Nur mal kurz um Weihnachten setzte Tauwetter ein, damit pünktlich zum Heiligen Feste die Landschaft in edelstem Grün erstrahlte.

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01. Februar 2009



Liebe Internetgäste,

ich hock' hier und über mir schwebt das Damoklesschwert eine halbwegs originelle "Rindfleisch-Mail" schreiben zu müssen. Ihr habt schließlich ein Recht auf gehaltvolle Werbung!

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• Januar 2009


Liebe Internet-Gäste,

ob mit Hilfe von wilden, alkoholreichen Partys, Hüttenzauber im Freundeskreis und obligatorischem Raclette-Essen oder in trauter Zweisamkeit mit "Dinner for One" und Feuerwerk-Gucken: Der Wechsel ist vollbracht, wir sind nun alle im Neuen Jahr gelandet.

Vielleicht habt Ihr Rückschau gehalten.

Wie fiel Eure persönliche Bilanz aus?
Geht Ihr in eine Richtung, die Euch gefällt?
Oder ist ein Kurswechsel angebracht?
Jedes Neujahr hat etwas von einem kleinen Neustart.
Nutzen wir ihn!

Willkommen also in 2009!

Wir haben uns große Dinge vorgenommen.
Erst mal die Welt retten.

Dann endlich die Bedienungsanleitung unserer Kamera durcharbeiten, um Euch künftig überbelichtete und unscharfe Fotos zu ersparen.
Und gaaaanz wichtig: Beziehungspflege.
Fred hat zugesagt, meinen Rücken dieses Jahr genauso leidenschaftlich zu kraulen, wie die seiner Rindviecher. Na, wenn das mal kein guter Vorsatz ist...

Ihr Lieben, lasst uns die Gelegenheit nutzen, Euch für Eure Unterstützung im vergangenen Jahr zu danken. Für Eure Freundschaft, Euer Wohlwollen, aber auch für Eure Kritik. Wir freuen uns auf viele nette Begegnungen – und wünschen Euch von Herzen ein gesundes und glückliches Neues Jahr.

Ohne Witz!

Euer Fredi und Eure Silvia