Bundeswettbewerb Ökolandbau 2015: Hof Gasswies auf Preiskurs.

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Standen der neunköpfigen Jury Rede und Antwort: Silvia und Adolf Rutschmann vom Hof Gasswies.  Bild: Coordes

Südkurier vom 30.08.2014
VON DANA COORDES

Klettgau – Silvia und Alfred Rutschmann nehmen mit ihrem Biohof Gasswies beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau teil und sind unter den letzten fünf Kandidaten, aus 52 Bewerbern. Besonders im Fokus stand bei der Jury-Besichtigung die innovative Milchviehhaltung.      

Es könnte ein erfolgreiches Jahr werden für Silvia und Alfred Rutschmann vom Hof Gasswies in Rechberg. Und das nicht nur aus landwirtschaftlicher Sicht. Wurden sie vor wenigen Monaten schon mit dem Innovationspreis des Landkreises Waldshut ausgezeichnet, war nun die nächste Wettbewerbs-Jury auf dem Hof zu Gast.

Der Bio-Hof ist einer der letzten fünf Kandidaten von insgesamt 52 Teilnehmern, die sich beim diesjährigen Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau beworben haben. „Wir sind wirklich total überrascht. Wir wussten eigentlich gar nicht, dass das etwas so besonderes ist, was wir hier machen“, empfing Besitzer Alfred Rutschmann die neunköpfige Delegation. Auf ihrer Tour durch ganz Deutschland ist der Bauernhof im Süden des Landes die letzte Station der Jury, die sich aus Vertretern von ökologischen Landwirtschafts-, von Verbraucher- und Umweltverbänden sowie der Wissenschaft zusammensetzt.

Bei der Vor-Ort-Besichtigung, bei der auch ein Filmteam dabei war, musste sich das Betreiber-Ehepaar nun den kritischen Fragen der Fachleute stellen. Da sie sich mit ihrem gesamtbetrieblichen Konzept beworben hatten, stand der gesamte Hof im Mittelpunkt des Interesses. Und da gab es einiges zu erzählen und zu besichtigen. Neben dem Kuhstall wurden die Ackerfläche, die Weiden und die Obstanlagen in Augenschein genommen.

Seit 1998 führt das Ehepaar den Bioland-Betrieb und kümmert sich dabei um eine Fläche von rund 120 Hektar. Dabei helfen neben einer Vollzeitarbeitskraft zwei Teilzeitmitarbeiter sowie Praktikanten und zur Ernte Saisonarbeitskräfte. Für ein innovatives Konzept steht der ökologische Hof besonders in der Milchviehhaltung. Seit 2003 kommt die Vollweidehaltung zum Einsatz, bei der die Tiere von April bis September Tag und Nacht auf der Weide verbringen, und nur zum Melken in den Stall kommen. Auch besonders ist die sogenannte „Muttergebundene Kälberaufzucht“, bei der die Jungtiere nicht, wie sonst in der Milchviehhaltung üblich, nach wenigen Tagen von der Mutterkuh getrennt werden. Diese Maßnahmen tragen neben der Artgerechtheit auch zu einer besseren Gesundheit der Kälber bei. Ein Punkt, der auch bei der Wettbewerbs-Jury gut ankam. „Ein schöner Hof, mit wirklich guten Ideen“, befand deshalb auch Helmut Röscheisen, Vorsitzender des Komitees. Und auch Betreiber Alfred Rutschmann kommt im Kuhstall ins Schwärmen: „Die Kühe zusammen mit den Kälbern zu sehen, das ist für mich der Inbegriff von Glück“.

Glück kann für die Betreiber nun auch in der Endausscheidung nicht schaden. Die Jury wird als nächstes die Abschlussbewertung der verbleibenden fünf Höfe vornehmen, die von Christian Schmidt, Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, dann noch abgesegnet werden muss. Die Benachrichtigungen gehen dann Ende des Jahres raus – bis dahin heißt es für Familie Rutschmann abwarten und arbeiten, denn die geht auf den 120 Hektar nie aus.

Der Wettbewerb

Der Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau wird organisiert von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Beworben haben sich in diesem Jahr 52 Betriebe, entweder für das gesamtbetriebliche Konzept oder einzelne praxisbewährte und innovative Leistungen. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Übertragbarkeit auf andere Betriebe. Dadurch soll auch, wie von der Bundesregierung gewünscht, zur weiteren Akzeptanz und Verbreitung von ökologischem Landbau beigetragen werden. Dotiert ist der Wettbewerb mit insgesamt bis zu 22 500 Euro. Die Preisübergabe findet im Rahmen der Internationalen Grünen Woche im Januar 2015 in Berlin statt.

 

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Die dreiwöchigen Kälber und die innovative Milchviehhaltung auf dem Hof Gasswies in Klettgau-Rechberg standen besonders im Fokus der Jury. Bild: Coordes

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