„Signal gegen Gentechnik“

Südkurier 03/2006
Text: Manfred Hüfner


Wenn die Gemeinde Klettgau künftig Pachtverträge mit Landwirten abschließt, müssen sich diese verpflichten, auf den Äckern keine genveränderten Pflanzen anzubauen. Diese Regelung gilt für fünf Jahre. Dann kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Mit zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme sprach er sich für die neue Regelung aus.

Klettgau „Das ist eine hervorragende Initiative, die der BLHV derzeit freiwillig unterstützt“, meinte Bürgermeister Volker Jungmann bei der Beratung. „Ich mißtraue der Sache nicht, sondern finde es toll, wie die Landwirte da vorgehen“, leitete er die Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt ein. Ziel dabei: „Wir sollten die Gemeindeflächen von gentechnisch verändertem Saatgut freihalten“. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen und den Vorschlag der Bauernvertretung, des BLHV, flankierend zu begleiten, „als Sachwalter der Gesundheit der Bevölkerung“, ergänzte Bürgermeister Jungmann.
Im Vorfeld habe es einige Irritationen gegeben und Telefonate, so Jungmann. Er hofft, dass in den nächsten fünf Jahren bis zum Ende der Regelung neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.
Bernhard Spitznagel (CDU), selbst Landwirt, meinte: „Das ist derzeit kein Thema bei uns“. Bei einer zeitlichen Begrenzung könne er der Regelung zustimmen. Das Zeitlimit störte Georg Minzer (Bündnis 90/Die Grünen). Er forderte, diesen Punkt herauszunehmen. „Wenn die Rechtslage sich nicht ändert, dann brauchen wir das auch zeitlich nicht zu beschränken“, erklärte Minzer. Er fügte an: „Das ist ein Zeichen; dass finde ich toll, dass die Gemeinde das macht“. Allerdings sollten die Hobbygärtner ebenfalls informiert werden.
Robert Rotzinger (CDU) sah keinen Grund zur Euphorie: Er erinnerte daran, dass der Gemeinde vielleicht ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche gehöre. Für ihn stellte sich die Frage, ob solch eine Regelung überhaupt Sinn mache. Michael Albrecht von den Grünen hingegen ging der Beschluss nicht weit genug: „Dies ist ein wichtiges politisches Signal“. Bestehende Pachtverträge sollten ebenfalls miteinbezogen werden und die Bevölkerung über Gentechnik informiert werden, um eine Diskussion anzustoßen. Hans-Jürgen Hyrenbach (FW) bat ebenfalls darum, die Altverträge mit den Pächtern zu prüfen. Christoph Fuhrmann (SPD) erklärte, es brauche Kontrollen und Sanktionen. Daher sprach er sich gegen solch eine Regelung aus. Jungmann versicherte, es gebe Möglichkeiten und die Landwirte würden sich gegenseitig genau beobachten. Laut Silvia Rutschmann (Grüne) sollen die Verbraucher deutlich machen, was sie wollen. Silvia Rutschmann spitz: „Keiner besteht darauf, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu essen.“

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