„Unterwegs auf Biohöfen“

Südkurier 26.08.2009
Text: sf


Dettighofen (sf) Der Ortsverband Jestetten von Bündnis 90-Die Grünen lud seine Mitglieder zu einer Besichtigungstour zum Thema „Perspektiven für die regionale Landwirtschaft“ mit den Bundestagskandidatinnen Kerstin Andreae (MdB) und Ruth Cremer-Ricken ein. Erster Treffpunkt der von Markus Weissenberger geleiteten Besichtigungstour war die Biogasanlage von Karl Probst im Ortsteil Berwangen von Dettighofen. Hier wurden die Besucher von Konrad Leber begrüßt, der den im Urlaub befindlichen Karl Probst vertrat.

Er informierte über die Biogasanlage, die seit einigen Jahren in Betrieb ist und neben der Stromerzeugung auch der Wärmeversorgung des Gemeindezentrums in Dettighofen dient. Die Basismasse zur Erzeugung des Gases wird in großem Umfang von zwei Landwirten angeliefert, die rund 140 ha Fläche mit Mais anbauen. Dazu kommt noch die Ernte von 20 Hektar mit anderen Grünpflanzen und seit einiger Zeit ebenso Pferdemist. Konrad Lauber betonte, dass in den Fahrsilos verwertbares Material für mindestens ein halbes Jahr Betriebszeit der Anlage gelagert sei.

In den beiden Fermentern mit je 1900 m Fassungsvermögen werde die Grünmasse vergärt und gebe das Gas für den Motor zur Stromerzeugung ab. Ist die Masse vollständig vergärt, ergibt sich daraus ein hochwertiger Dünger, der wieder in der Landwirtschaft Verwendung findet. Danach folgte ein Rundgang durch die Anlage einschließlich Motoren- und Verteilerräumen.

Ruth Cremer-Ricken sprach zu den Besuchern ein Grußwort und erwähnte die Bedeutung der umweltfreundlichen Stromerzeugung, die bei weitem noch nicht am Ziel in Bezug auf die Schonung der Umwelt sei. Auch MdB Kerstin Andreae freute sich über das Interesse an dieser Besichtigung und hatte mehrere Fragen an Konrad Leber in Bezug auf die Biogasanlage und das Verhältnis zu den Schweizer Bauern.

Von Berwangen aus führte die Tour in den Ortsteil Eichberg auf den Hof Eichberg von Markus Schaub, wo die dortige Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung besichtigt werden konnte. Danach folgte noch ein Besuch auf dem Biolandhof Gasswiess im Klettgauer Ortsteil Rechberg, wo die Probleme der Landwirtschaft im Hinblick auf die Globalisierung diskutiert worden sind.

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