Agrarbiologe vermittelt ökologisches Wissen.

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Bei einem naturkundlichen Spaziergang rund um Rechberg informierten sich 30 Personen über den Nutzen des ökologischen Landbaus.  Bild: glaser

Südkurier vom 14.08.2014
VON HEIDRUN GLASER

Klettgau – Großes Interesse fand ein naturkundlicher Spaziergang mit dem Agrarbiologen Samuel Hoffmeier. 30 Teilnehmer informierten sich über einheimische Tier- und Pflanzenarten

Im Rahmen eines naturkundlichen Spaziergangs rund um Rechberg vermittelte der Agrarbiologe und Naturschutzberater vom Bioland-Verbund für ökologischen Landbau in Baden-Württemberg, Samuel Hoffmeier, dreißig angemeldeten Teilnehmern interessantes Wissen über heimische Tier- und Pflanzenarten.

Im Fokus des über zweistündigen Spaziergangs stand der Nutzen des ökologischen Landbaus für die Landschaft, sowie die Verdeutlichung der Unterschiede zur konventionellen Landwirtschaft. In der Gruppe fanden sich Personen aus der gesamten Hochrhein-Region, wobei das Interesse an der Veranstaltung weit über die limitierte Gruppengröße hinausging. Anhand zahlreicher Pflanzen verdeutlichte der Biologe den Naturkreislauf und die Verkettung verschiedener Lebensbedingungen in der Tierwelt, die auf das Vorhandensein bestimmter Pflanzenvorkommen beruht. Verschwinden diese Pflanzen aus den Wiesen und Feldern, verschwinden zwangsläufig auch die Tiere. Daraus resultiert die Tatsache vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Insektenarten, was wiederum ein unausgeglichenes Ökosystem nach sich zieht. Aufgrund von massivem Herbizideinsatz sind eben nicht nur viele Wildblumen und Kräuter verschwunden, sondern auch zahlreiche Falter, Libellen und Vogelarten wie beispielsweise das Rebhuhn. Hoffmeier erklärte der interessierten Zuhörerschar im Detail genau wie ausgeklügelt das natürliche Ökosystem wäre, wenn wir Menschen es zulassen würden. Der größte Unterschied des ökologischen Landbaus zum konventionellen macht sich in der Ertragsausbeute bemerkbar, wobei zu bedenken ist, dass für die konventionelle Landwirtschaft sehr viel Geld in Spritz- und Düngemittel investiert wird, was wiederum die Grundwasserqualität beeinträchtigt.

Im Klettgau hatte der Biohof Gasswies der Familie Rutschmann zu dieser Infoveranstaltung eingeladen, welcher mit einer bewirtschafteten Fläche von 120 Hektar einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems in der Region leistet.

In Deutschland arbeiten rund 5780 Betriebe nach Bioland-Richtlinien und bewirtschaften eine Fläche von rund 281 300 Hektar. In Baden-Württemberg werden insgesamt rund 111 000 Hektar Agrafläche ökologisch bewirtschaftet.

 

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