Kirschenernte.

frühekirschen

Von vielen schon sehnsüchtig erwartet, für uns die erste Obsternte des Jahres: die Kirschen sind reif! Das Pflücken macht dem Obstteam Freude, denn die Früchte sind von bester Qualität und auch in ordentlicher Menge vorhanden.

Aus der Anbau- und Vermarktungsperspektive sind Kirschen eine große Herausforderung:

  • es wird immer schwieriger, Erntehelfer aus der Region zu finden. Ohne ausländische Saisonarbeitskräfte (meist aus Osteuropa) geht im Erwerbsobstbau so gut wie gar nichts mehr. Diese verlassen zum Geldverdienen für mehrere Wochen und Monate ihre Partner und Kinder. Nicht schön. Wir versuchen mit unserem Klettgau-Team dem etwas entgegen zu halten.
  • wir treiben keine Intensivobstanlagen um. Unsere Kirschbäume sind groß und wunderschön – und ein Schatz in Sachen Biodiversität. Allerdings ist deswegen die Ernte aufwändiger und zeitintensiver, also teurer.
  • das Anbaurisiko ist sehr hoch. So kann ein einziger Regen alle reifen Früchte zum Aufplatzen bringen – und die Ernte ist hinüber. Die Früchte sind dann nur noch zum Einmaischen gut.
  • es gibt einen hohen Schädlingsdruck, denn nicht nur wir Menschen lieben Kirschen. Der Bioobstbau reagiert mit  Nützlingsförderung und verzichtet auf chemisch-synthetischem Pflanzenschutz. Abdeckungen mit Schutznetzen würden helfen, verursachen aber hohe Investitionskosten, die bei kleinen Anbauflächen kaum rentieren.
  • Kirschen sind nicht lange lagerfähig und müssen schnell zum Endverbraucher.
  • der eine oder andere Erzeuger verschleudert lieber seine Früchte zu nicht auskömmlichen Preisen, bevor diese schlecht werden. Discounter importieren ausländische Ware und setzen falsche Signale für die Marktpreise. Verbraucher können den großen Unterschied zu ehrlich kalkulierten Verkaufspreisen nicht nachvollziehen – und kaufen Billigware.

Ihr seht, hinter einer etwas höheren Zahl auf einem Preisschild steckt ganz schön viel! Wenn Ihr  trotzdem (oder gerade deswegen!) Lust auf Rechberger demeter-Kirschen habt, kommt vorbei!

Herzlichst
Eure Gasswiesler

(30.06.2019)

Antwort hinterlassen